Amani- Rebellin des Sandes

Amani- Rebellin des Sandes

Autorin: Alwyn Hamilton

Verlag: cbt- Verlag

Klappentext: Die 16-jährige Scharfschützin Amani will nichts mehr, als Dustwalk, einem Kaff mitten in der Wüste, den Rücken zu kehren. Bei einem Schießwettbewerb, der Amani die Freiheit bringen soll, kreuzt Jin ihren Weg: ein faszinierender Fremder, der von den Schergen des Sultans verfolgt wird. Jin soll zu den Rebellen gehören, die den abtrünnigen Prinzen Ahmed unterstützen. Amani und Jin werden Reisegefährten wider Willen und kämpfen bald ums Überleben – gegen magische Djinn, gegen die Soldaten des Sultans und eine mysteriöse, tödliche Waffe. Unversehens steckt Amani mitten in einer Rebellion, die das Schicksal ihres Landes entscheiden könnte und ihre Gefühle für Jin offenbart …

Cover: Auch wenn die Farbwahl etwas eintönig ist, fängt das Cover die Atmosphäre des Buches ein. Besonders der charakteristische Schriftzug, der sich neben seiner Größe auch durch die körnige Struktur des Papiers abhebt und so an Sand erinnert, gefällt mir sehr.  Zu erkennen ist Amani, welche vor dem monotonen Hintergrund der Wüste steht. Sie scheint sich aus dem Sandsturm herauszukristallisieren, der sich über das Cover erstreckt.

Schreibstil: In märchenartiger Form erzählt uns die Autorin von ihrer Protagonistin und fängt den Leser mit wunderschönen Wortkonstruktionen und den Legenden ihrer ganz eigenen Welt. Der Schreibstil ist durch die oft verstrickte Form etwas anspruchsvoller, daran gewöhnt man sich über schnell. Schade fand ich, dass unnötigen Details zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wodurch sich die Handlung in die Länge zog. Andere Abschnitte, wie z.B. die Legenden wurden nur in sehr gebündelter Form behandelt, sodass es schwer war den Erzählungen zu folgen.

Leute, die sich nach Einbruch der Dunkelheit noch in Deadshot aufhalten, führen nichts Gutes im Schilde, hieß es.

Handlung: Amani macht es dem Leser auf den ersten Seiten nicht leicht in ihrer Welt anzukommen. Vielmehr möchte man bei der Tristheit der Wüste den Buchdeckel zuschlagen und die Charaktere mit ihrem Schicksal alleine lassen. Die Protagonistin war es, die mich überzeugt hat über die erste Kapitel hinweg zu lesen. Denn sie rebelliert, aber nicht wie wir es bis jetzt kennen mit großen Worten oder Taten. Vielmehr versucht sie sich gegen die veralteten Werte aufzulehnen, die in ihrem Dorf herrschen. Man erlebt mit, die Frauen als Menschen zweiter Klasse angesehen werden, wie heimatlose Kinder herumgeschubst werden und wie Mädchen gegen ihren Willen verheiratet werden. Aber sie ist nicht perfekt, sie tritt nicht für Andere ein, sondern versucht nur ihre eigene Haut zu retten. Was auf den ersten Blick Egoistisch wirkt, macht Amani so nahbar. Sie steht zu ihren Fehlern, ihrer Sturheit und den falschen Entscheidungen und verbringt sich nicht hinter der von mit so verhassten Naivität vieler anderer Charakter. Gegen Ende der ersten zehn Kapitel beginnt dann die Reise, die den größten Teil der Handlung dominiert. Leider fand ich große Teile dieser sterbenslangweilig. Vieles was geschieht ist voraussehbar, und auch die letztendliche ,,Enthüllung“ kam nicht wirklich überraschend. Dennoch sehe ich Potential in der Geschichte. Den zwischen den Zeilen entsteht ein Widerstand, der sich gerade gegen Ende des Buches aufkocht und in unterschiedliche Art und Weise fortgeführt werden könnte. Demnach werde ich Amani auch im zweiten And der Reihe noch durch ihre Welt begleiten, vorbei an mysteriösen Wesen, unterdrückter Bürger und Legenden.

Fazit: Ein nettes Debüt, das leider viel Potential ungenutzt lässt. Gehoben wird dieses Fazit vor allem durch den Hauptcharakter, der mit einer Verletzlichkeit überrascht die Nahbar macht und erfrischende Handlungswendungen mit sich bringt.

Eure Hannah

 

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