Selber Schreiben! Und jetzt?

Wie bereits schon erwähnt versuche auch ich mich im Laufe der Sommerferien daran, selbst eine Geschichte auf die Beine zu stellen. Das daraus ein vollständiges Buch oder Ähnliches werden soll erscheint zwar illusorisch, dennoch habe ich mich in den letzten Tagen intensiv mit der ,,Kunst des Schreibens“ und ihrer Vielfältigkeit beschäftigt und hier ein paar der Informationen zusammengesucht, welche es mir erleichtert haben ein Gerüst aufzubauen durch welches es mir möglich geworden ist über die 25.000 Wörter hinauszukommen.

Schreiben ist leicht. Man muß nur die falschen Wörter weglassen.

Mark Twain

Am Anfang des Schreibens steht meist eine Idee und der Wunsch sie zu Papier zu bringen. Zunächst einmal geht es also darum, alle Eck- und Wendepunkte die einem im Kopf herumschwirren, alle Charakterzüge und andere Informationen aufzuschreiben, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Am hilfreichsten war es für mich, einzelne Ideen durch Farben zuzuordnen und so eine grobe Mindmap zu erstellen, die immer in Sichtweite ist, Inspiration und auch Motivation liefert.

Dann stellt sich die Frage, um die man scheinbar nicht herumkommt, wenn man sich in Portalen und Blogs schlau machen will.

Bin ich ein Plotter oder ein Pantser? Oder, verständlicher ausgedrückt, schreibe ich aus dem Bauch heraus oder brauche ich eine Struktur an der ich mich entlang hangeln kann?

Mich haben diese beiden abstrakten Begriffe zuerst ziemlich irritiert und mich das eigentlich wichtige aus dem Auge verlieren lassen, nämlich den Spaß am Schreiben.

Deswegen hier zwei kurze Zusammenfassungen:

Plotter

Als Plotter wird bezeichnet, wer sich vor und während des Schreibens eines Romans intensiv mit dessen Ablauf und Innenleben befasst. Charaktere werden klar definiert, das Umfeld der Protagonisten gestaltet, Handlungsstränge entworfen, Spannungsbögen festgelegt und ein Zeitstrahl erstellt. Selbstverständlich kann ein Plotter dennoch selbst entscheiden wie intensiv er sich mir dieser Vorbereitung beschäftigt, ob er nun nur ein grobes Gerüst erstellendet oder jede Szene ins Detail plant. Dennoch definiert er sich durch die klare Vorstellung über die Entwicklung seines Romanes.

Pantser 

Der Begriff leitet sich übrigens von dem englischen Sprichwort ,,fly by the seat of your Pans“ ab, was frei übersetzt im Deutschen ,,nach dem Bauchgefühl handeln“ bedeutet. Ich wäre zwar nie auf diese Herleitung gekommen, aber nun gut

Pantser bilden das Gegenteil. Sie setzten sich hin und beginnen mit dem ersten Wort ihre Geschichte, ohne irgendetwas vorzugreifen. Lassen sich von dem lenken, was sich beim Schreiben ergibt und worauf sie spontan kommen. So entstehen Wendungen und Dialoge, die bei einer grundlegenden Planung nicht in das Konzept gepasst hätten und unvorhersehbarer kaum sein könnten. Trotzdem gilt selbstverständlich auch hier, dass jeder selbst entscheidet wie intensiv er sich der Methode hingeben möchte.

Welche Methode bringt was?

Es gibt unzählige Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden, die, die schon auf den ersten Blick sichtbar werden, wie beim plotten das Vermeiden der ,,Plotlöcher“ durch klaren Strukturen und dem roten Faden, der sich durch das Schreiben zieht. So sollen Schreibblockaden verringert und auch Zeit eingespart werden.. Der Pantser hingegen zieht seine Vorteile aus seiner vollkommen freien Entfaltung und der Vermeidung von Druck, da er nicht definiert wie und wann er mit seiner Schreibarbeit fertig werden soll. Viele Vorteile sind aber auch typabhängig, jeder zieht unterschiedliche Erkenntnisse und Erfolge.

Auch die Nachteile liefern keinen klaren Leitweg, welche Methode sinnvoller ist. So wird dem Plotter nachgesagt, zu viel Zeit auf die Planung zu verwenden und seine vorgearbeiteten Strukturen zu sehr zu hinterfragen. Generell sehe ich in der Rolle der Plotter eher perfektionistischere Schreiber, die jedes Detail an der richtigen Stelle haben wollen und alles hinterfragen, was ihnen zu ihrem Roman einfällt (Ich selbst sehe mich auch eher in der Rolle des Plotters, unschön formulierte Sätze oder mir selbst nicht ganz klar erschlossene Verläufe dämmen meine Motivation deutlich ein). Der Pantser hat eher mit Schreibblockaden zu kämpfen, da er wahrscheinlicher an Punkte gerät, an denen er nicht weiß wie es weitergehen soll und in Gefahr gerät, den nicht zu unterschätzenden roten Faden zu verlieren (Als Leserin kann ich bestätigen das kaum mehr nervt als zusammenhangslose Szenen und Entwicklungen).

Alles schön und gut, aber wie soll ich mich entscheiden? 

Mein Tipp, die richtige Methode für sich zu finden, ist es sich eine zufällige Szene auszusuchen und an ihr beide Methoden zu testen. Je nach dem mit welcher man produktiver und erfolgreicher Arbeitet, lässt es sich wahrscheinlich auch einfacher einen ganzen Roman schreiben. Aber trotzdem ist es keine Entscheidung zwischen hell und dunkel, meiner Meinung nach kann gerade die Kombination beider Methoden das Schreiben deutlich erleichtern und auch Vielfältiger und Abwechslungsreicher machen. Und allein das Wissen über beide Wege hilft seine eigenen Methoden zu finden und aus dem reinen Spaß eben auch Erfolge ziehen zu können.

Ich hoffe ich konnte euch weiterhelfen, oder zumindest etwas Klarheit über die so oft benannten Begriffe liefern.

Eure Hannah

 

 

 

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